Mein Weg
Die Prägung meiner Persönlichkeit
Mein Werdegang wurde stark von den männlichen Vorbildern in meiner Familie geprägt. Das Bild von meinem Vater ist bestimmt durch seine ausgeprägte Fähigkeit zur Kommunikation, sein intensives Verhältnis zu seiner Arbeit, seine Hingabe an neue Projekte, seine Flexibilität und Entschlossenheit bei veränderten Rahmebedingungen und sein konsequentes Handeln nach seinem inneren Kompass. Mit meinem Großvater, der Bauer und Bürgermeister in einem kleinen Dorf in Mecklenburg war, verbinde ich das Bild einer respektierten und geachteten Persönlichkeit, deren Rat gerne gesucht war.

Der unkonventionelle
Bildungsweg
Als erster Akademiker in meiner Familie war mein Weg nicht vorgezeichnet. Zwischen Selbstzweifeln und Hersausforderungen fand ich meinen Weg durch die Bildungsinstitutionen. Mein Ausbildungsweg – vom Realschulabschluss zum Abitur, zum Studium der Germanistik, Politik und Pädagogik und Jura – beschreibt mein Durchhaltevermögen bei der Suche nach meiner beruflichen Bestimmung.
Die Lehrertätigkeit als Berufung
Meine Zeit als Lehrer war geprägt von inspirierenden Momenten und lehrreichen Erfahrungen. Die Arbeit an verschiedenen UNESCO-Projekt-Schulen stärkte meine Überzeugung von der Bedeutung einer menschenzentrierten Bildung. Mein Engagement für eine humane Schule führte mich schließlich in die Rolle des Schulleiters.

Meine Motivation für eine humane Schule
Meine Motivation für eine humane Schule entstand aus einer tiefen Verbundenheit mit den Schülerinnen und Schülern und den Herausforderungen, mit denen sie konfrontiert waren. Während meiner Zeit als Lehrer für Deutsch als Zweitsprache erlebte ich aus erster Hand die Schwierigkeiten und Hindernisse, mit denen Kinder der ersten Generation ausländischer Arbeitskräfte konfrontiert waren. Ihre Geschichten von Anpassung und Integration weckten in mir den Wunsch, eine Schulumgebung zu schaffen, die Vielfalt und Inklusion fördert. Diese Motivation wurde durch meine Arbeit an integrativen Unterrichtsansätzen weiter verstärkt. Die Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen und die Entwicklung von Lehrmethoden, die die individuellen Bedürfnisse aller Schüler berücksichtigten, zeigten mir die transformative Kraft eines inklusiven Bildungssystems.
Erfahrungen in Sao Paulo
Meine Erfahrungen als deutscher Schulleiter an einer deutsch-brasilianischen Begegnungsschule in Sao Paulo, Brasilien, vertieften mein Verständnis von interkultureller Bildung und gegenseitigem Respekt. Der Austausch zwischen deutschen und brasilianischen Schülern ermöglichte einen einzigartigen kulturellen Dialog und eröffnete neue Horizonte für alle Beteiligten.
Die Vision einer Internationalen Begegnungsschule
Aus diesen vielfältigen Erfahrungen heraus entwickelte ich mein Konzept für eine Begegnungsschule an der Lichtenbergschule – Gymnasium und Europaschule in Darmstadt. Diese Schule sollte nicht nur akademische Exzellenz fördern, sondern auch eine Atmosphäre der Offenheit, Toleranz und gegenseitigen Anerkennung schaffen. Durch die Integration von bilingualen und interkulturellen Lehransätzen strebte ich danach, eine Schulumgebung zu schaffen, in der jeder Schüler sich willkommen und unterstützt fühlt, unabhängig von seiner Herkunft oder seinem Hintergrund. Durch die Unterstützung engagierter Menschen aus Unternehmen, der Bildungsverwaltung des Landes Hessen und der Stadt Darmstadt wurde dieser Traum Realität, und die Lichtenbergschule wurde zu einem Ort der Vielfalt und des Austauschs.
Die Bedeutung der Auszeit und Neuausrichtung
Eine entscheidende Wendung in meinem Leben war die dringend benötigte Auszeit. Inmitten von Erschöpfung und Selbstzweifeln fand ich die Möglichkeit zur Reflexion und Erneuerung. Diese Zeit der Besinnung ermöglichte es mir, meine Ziele zu klären und meine kreativen Leidenschaften wiederzuentdecken, was mich mit neuer Motivation erfüllte.

Die Transformation zum Coach für Führungskräfte
Meine neue Berufung fand ich schließlich im Coaching für Führungskräfte. Getrieben von meinem Interesse an tiefgründigen Gesprächen und dem Wunsch, anderen auf ihrem Weg zu helfen, fand ich eine neue Erfüllung in der Unterstützung von Führungskräften auf ihrem beruflichen und persönlichen Weg.
Das Engagement für eine wertschätzende Führung
Heute widme ich mich der Förderung einer wertschätzenden Führung und Gesundheit im Beruf. Meine Reise ist geprägt von einer tiefen Verwurzelung in den Werten von Respekt, Verantwortung und Mitgefühl. Durch meine Arbeit als Coach für Führungskräfte setze ich mich dafür ein, dass Menschen mutig ihren eigenen Weg gehen und eine Führung verkörpern, die auf Menschlichkeit und Empathie basiert.

Vom Coach zum Mentor
Meine Reise ist noch nicht zu Ende. Mich beschäftigt zunehmend die Frage, welche Bedeutung mein persönliches Erfahrungswissen für jüngere Führungskräfte haben könnte. Damit kehre ich zu einer Frage zurück, die mich bereits 2014 beschäftigte, die ich aber wegen der Nähe zu den eindrücklichen Erfahrungen meiner beruflichen Praxis noch nicht beantworten konnte. Heute, aus größerer Distanz, sehe ich in dieser Frage klarer: Im Rückblick auf die Stationen meines Lebens erkenne ich den Wert reflektierter Lebenserfahrungen für nachfolgende Generationen. Dabei bin ich mir bewusst, dass ich nicht nur Lehrer sein will, sondern auch Lernender. Diese Erkenntnis ermutigte mich, das neue Konzept Mentoring 2.0 zu entwickeln. Durch glücklichen Zufall lernte ich die vielfältigen Möglichkeiten der Unterstützung meiner Arbeit durch ChatGPT kennen. Dadurch konnte ich meine Überlegungen zum Projekt Mentoring 2.0 zielgerichtet, vertieft und gut strukturiert umsetzen und manche neuen Erkenntnisse formulieren. Dabei machte ich die unerwartete und spannende Erfahrung, dass ich im Dialog mit der KI im gewissen Sinne auch Lernender bin.
